Geschichte der Experimentellen Psychologie

Die Experimentalpsychologie hat großen Anteil an der Geschichte der  akademisch-wissenschaftlichen Psychologie. Grundlegend kann in beiden Fällen die eher experimentelle Ausrichtung der ersten Lehrstühle für Psychologie genannt  werden, so waren deren erste Vertreter Physiker und Physiologen wie beispielsweise G.Th. Fechner und W.M. Wundt. Letzterer gründete 1879 in Leipzig das erste Psychologische Institut, was als Beginn der modernen Psychologie angesehen wird. 1929 benannte sich die seit 1904 existierende Gesellschaft für Experimentelle Psychologie in Deutsche Gesellschaft für Psychologie um. Dies kennzeichnet einen Wendepunkt in der akademischen wie auch der experimentellen Psychologie, da die naturwissenschaftlichen Prinzipien der Experimentalpsychologie zugunsten einer Zuwendung zu geisteswissenschaftlichen und damit eher philosophischen Betrachtungen nahezu aufgegeben wurden. Die  Unwissenschaftlichkeit erreichte schließlich während der Zeit des  Nationalsozialismus ihren Zenit, als die Psychologie schließlich zu einer ganzheitlichen Seelenwissenschaft umgestaltet wurde. Nach Beendigung des Zweiten  Weltkriegs benötigte die in Deutschland gelehrte und angewandte Psychologie eine  lange Zeit, um sich wieder zu etablieren. Dabei war eine Ausrichtung an  naturwissenschaftlich-experimentellen Hintergründen wegbereitend. Diese  Grundprinzipien gelten heute für die internationale Psychologie als Paradigma. 1982 wurde die Psychologie in den internationalen "Verband der exakten Wissenschaften" aufgenommen und wird damit anderen Wissenschaften, wie Physik  und Biologie, gleichgestellt.