Testtheorie

Die Testtheorie versucht die grundlegende Forderung nach der Fairneß und Gültigkeit von Testergebnissen zu erfüllen. Sie beschäftigt sich dabei mit den grundsätzlichen Fragen psychologischer Forschung, die dem Laien mitunter als unmöglich erscheinen mögen: Die Frage nach der Messbarkeit psychologischer Gegebenheiten von Erleben und Verhalten, der Fehlbarkeit dieser Messungen und ihrer Kontrolle bzw. Vermeidung.

Die Entwicklung der Testtheorie lässt sich zurückführen auf Spearman (Amelang & Zielinski, 1997), der bereits 1910 feststellte, dass Variablen, die mit einem Messfehler behaftet sind, niedriger miteinander korrelieren als wenn sie ohne Messfehler ermittelt wurden. Nach den Vorstellungen der Testtheorie wird ein "wahrer" Wert, also die tatsächliche Ausprägung einer psychologischen Eigenschaft durch die Verknüpfung mit einem Messfehler maskiert. Wenn es gelingt, den Messfehler zu eliminieren, wird der wahre Wert erkennbar; entsprechend ist es wesentlich, den Messfehler zu ermitteln, denn nur so können die wahren Werte erkannt werden. Nach der Testtheorie ist der Messfehler die einzige Fehlerquelle.

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene testtheoretische Modelle entwickelt. Dem einfachsten und lange Zeit einflussreichsten Modell der sogenannten "Klassischen Testtheorie" folgte die "Probabilistische Testtheorie". Heute werden beide Theorien verwandt.